Auf die Hauptstadt Japans haben wir uns besonders gefreut. Immerhin hört man ja von allen Seiten, was für verrücktes Zeug man hier erleben und kaufen kann, wie voll die Straßen und U-Bahn-Stationen zur Rush Hour sein können und wie riesig und vielseitig die größte Stadt der Welt im Allgemeinen daherkommt. Wir haben richtig Lust, auf Entdeckungstour zu gehen und nehmen uns dafür auch ordentlich Zeit. Meistens fahren wir einfach zu verschiedenen Vierteln, laufen herum und gucken uns die Leute, Gebäude, Läden, Museen und Cafés an. Ab und zu machen wir mal einen Abstecher zu einem schönen Tempel, aber generell haben wir davon eigentlich die letzten Wochen genug gesehen. Besonders beeindruckend ist die Aussicht auf die abends erleuchteten Wolkenkratzer von der Aussichtsplattform des Metropolitan Buildings, zu der man nach ein paar Minuten Schlangestehen kostenlos mit dem Fahrstuhl hochfahren kann. Auch Marlis Geburtstag verbringen wir hier. Nils überrascht sie zum Abendessen mit einem Restaurant, das Nudeln mit frischem Trüffel, Marlis Lieblingsessen, anbietet :) Einen weiteren besonders schönen Tag erleben wir gemeinsam mit Nils' Freund Agro, den er noch aus seiner Kindheit in Thailand kennt, und seiner Freundin, die beide bei einem Start-Up arbeiten, das bargeldloses Bezahlen in Japan voranbringen möchte. Wir fahren zu einer riesigen, interaktiven Lichtausstellung, dem Team Lab Borderless, und sind vollkommen geflasht (im wahrsten Sinne des Wortes, hihi :) ). Ganz bewusst werden am Eingang keine Karten verteilt, sondern die Besucher sollen sich selbst orientieren und neue Räume und Bereiche entdecken. Im Aktivbereich Hüpfen wir auf Trampolinen und verursachen eine Supernova, im Gang tötet Nils gerne Lichtschmetterlinge durch Berührung und sogar die knappe Stunde Wartezeit für den atemberaubenden Laternenraum lohnt sich. Insgesamt verbringen wir hier rund fünf Stunden und haben bestimmt noch nicht alles entdeckt, was es zu entdecken gegeben hätte. Eine coole Erfahrung! Und auf einmal sind die 11 Tage schon wieder vorbei und wir haben das Gefühl, nicht mal ansatzweise so viel erlebt zu haben, wie wir uns vorgenommen haben. Aber na ja, in so einer riesigen Stadt kann man wohl nie alles sehen. Generell hat uns Tokyo sehr gut gefallen, allerdings sind wir wohl mit etwas zu hohen Erwartungen an die ganze Sache herangegangen. Nicht in jedem für Mangas und Cosplay bekannten Viertel laufen alle Leute verkleidet herum und die wirklich verrückten Dinge spielen sich wohl eher in Insiderkreisen ab. Einige interessante Angebote sind zudem viel zu überteuert oder eigentlich nur auf Touristen ausgelegt. Eine willkommene Ausnahme stellt hier der Nakano Broadway dar, ein altes, leicht vergilbtes Einkaufszentrum, in dem man allerlei Sammlerbedarf und verrücktes Zeug kaufen kann. Hier haben wir viel Spaß beim Gucken. Viele Angebote wie zum Beispiel Tier-Cafés, haben wir ganz bewusst aus ethischen Gründen ausgelassen. Somit ist unser Tokyo-Erlebnis dann am Ende doch nicht so durchgeknallt geworden, wie erhofft, aber hat uns trotzdem viel Spaß gemacht. Langsam reicht es aber dann auch mit Reizüberflutung und vielen Menschen in einer Großstadt, auch wenn die gegenseitige Rücksichtnahme der Leute hier es auf jeden Fall einfacher macht, eine schöne Zeit zu verbringen. Aber die größte Stadt der Welt bleibt nun trotzdem einmal eine größte Stadt der Welt.

Okay ciao! Marli und Nils