Die Meinungen von Mitreisenden gingen auseinander, als wir sie in unserer Reiseplanungsphase für Rajasthan gefragt haben, wie sie Pushkar fanden. Begeisterte Traveller schwärmten von der Atmosphäre in der für Hindus sehr wichtigen Pilgerstadt und erzählten von Spaziergängen am heiligen See entlang und durch die verschiedenen Tempel, in denen sie die Gläubigen bei ihren Ritualen beobachten konnten. Andere wiederum versicherten uns, dass es jetzt doch nicht wirklich besonders sei und wir den Aufenthalt dort problemlos überspringen könnten. Interessant ist für uns zu sehen, wie unterschiedlich die Leute denselben Ort wahrnehmen. Allerdings erleichtert es nicht unbedingt unsere Entscheidung, ob wir einen Abstecher dorthin machen sollten oder nicht.

Wir entscheiden uns, dass wir den unterschiedlichen Erfahrungen und Meinungen mal für zwei Tage auf den Grund gehen müssten - schon alleine, um nicht das Gefühl zu haben, eventuell etwas Tolles verpasst zu haben ;) Leider finden wir uns am Ende eher auf der "war jetzt nicht so doll"-Seite wieder. Wahrscheinlich liegt es auch an der Reisezeit (es ist sehr heiß und alles ist bei 40 Grad viel anstrengender) und daran, dass unser Hostel etwas außerhalb liegt. Naja, so richtig fassen können wir diese magische Stimmung, von der die Leute geredet haben, jedenfalls nicht. Die religiösen Rituale, die wir wegen der lauten Trommelmusik vermuten, finden in abgeschlossenen Tempeln statt und als nicht-Hindus und mehr oder weniger Schaulustige fühlen wir uns nicht wirklich wohl dabei, die Gläubigen bei ihren Prozessionen, die sie sehr ernst nehmen, zu stören. Die vielen Pilger, die sich an den Badestellen des heiligen Sees rituell reinigen, bleiben leider auch, wahrscheinlich wetterbedingt, aus.

Wir verbringen hier aber trotzdem eine nette Zeit. Immerhin hat unser Hostel einen Pool. Außerdem ist Pushkar nicht nur als Pilgerstätte, sondern auch für seinen ziemlich günstigen Silberschmuck bekannt, so dass Marli ein bisschen durch die Geschäfte bummelt und einem Ring für knapp 2,50 € und eine Kette mit Türkisanhänger für knapp 6 € ersteht. Zum Glück sind noch acht Finger und ein Fußgelenk frei, denn andere Städte in Rajasthan sind mindestens genau so bekannt für handgemachte Silberkunst :)

Okay ciao! Marli und Nils

Elektro-Kühe an der Schnellladestation.
Halb in der Wüste.
Streetfood