Jaisalmer (in etwa 'Jässelmääähr' ausgesprochen) liegt nur etwa 60 Kilometer von der indisch-pakistanischen Grenze entfernt mitten in der Thar-Wüste. Bekannt ist die Kleinstadt für seine riesige Festung, die man von zahlreichen Dachterrassen aus bewundern kann und für die wunderschönen alten Wohnhäuser aus Sandstein, Havelis genannt, die in der Sonne (davon gibt es hier genug ;) ) golden schimmern. Die aufwändig verzierten Fassaden zeugen von einem ehemaligen Wohlstand, den die 'goldene Stadt' auf Grund ihrer Lage auf der Seidenstraße unter anderem durch Opiumhandel erlangt hat.

Die Touristenattraktion schlechthin stellen die Wüstentouren dar, bei denen man eine Nacht unter freiem Himmel inmitten der Dünen verbringt. Und so finden auch wir uns auf den überraschend hohen Kamelen namens 'Babulu' und 'Raju' wieder, die uns mit einem knapp einstündigen Ritt in eine fast unwirklich schöne Landschaft bringen, in der bereits Feldbetten für uns bereitstehen. Während unser Guide das Abendessen zubereitet, erkunden wir die Gegend, trinken Chai und genießen den Sonnenuntergang. Die Kamele dürfen sich frei bewegen und grasen die letzten noch verbleibenden Büsche in der Umgebung ab. Sie kommen sowieso wieder zurück, weil sie wissen, dass es für sie am nächsten Morgen immer leckeres Heu zum Frühstück gibt. Geschlafen haben wir trotz der für Indien sehr untypischen Stille kaum. Zu aufgekratzt sind wir von den Erlebnissen des Tages und zu hell scheint der Vollmond. Aber irgendwie ist uns das auch egal, denn Schlaf kann man ja nachholen. Wir genießen jede Minute in der Wüste, die morgens sehr angenehme Temperaturen hat (mittags sind es aktuell 42 Grad, Tendenz steigend), und machen uns nach dem Frühstück auf den Rückweg zum Hostel. Trotz hoher Erwartungen wurden wir nicht enttäuscht. Die Wüstensafari zählt definitiv zu den Highlights unserer Indienreise!

Am nächsten Tag streifen wir durch die Straßen des Forts, das im Gegensatz zu den anderen, die wir bisher in Rajasthan besucht haben, bewohnt ist. Marli kauft sich in einem in einer Haveli versteckten Geschäft, in dem seit drei Generationen handgemachter Schmuck den Besitzer wechselt, ein paar schöne Andenken an die Wüstenstadt. Überrascht stellen wir fest, dass auch Mick Jagger dort letztes Jahr eingekauft hat. So schlecht kann die Qualität des Schmucks dort wohl nicht sein, denken wir uns...

Wenn ihr jetzt glaubt, dass das die einzige Promi-Geschichte für Jaisalmer bleibt, dann liegt ihr falsch ;) Wir wundern uns schon den ganzen Tag, wieso uns als Terroristen verkleidete Leute auf den Straßen entgegengekommen sind. Hätten sie nicht entspannt miteinander geplaudert und dabei gelächelt, wäre uns wohl sehr unheimlich zumute gewesen. Auf dem Rückweg ins Hostel werden wir dann von einem Sicherheitsmann gestoppt, der uns erklärt, dass in der Straße gerade Filmaufnahmen für einen neuen Jackie-Chan-Film gemacht werden. Wir plaudern ein bisschen mit den Anwohnern, die gut gelaunt auf ihren Terrrassen sitzen und das Geschehen aufmerksam beobachten. Am Ende können wir den hongkong-chinesischen Superstar sogar durch ein Autofenster sehen. Fotos waren aber leider nicht erlaubt.

In unseren drei Tagen in Jaisalmer haben wir ganz schön viel erlebt. Die Stadt in der Thar-Wüste haben wir definitiv ins Herz geschlossen. Wenn ihr mal in der Nähe seid, schaut doch einfach mal vorbei ;)

Okay ciao! Marli und Nils

Scarabaeus
Sonnenuntergang
Sonneaufgang
Chapati frisch vom offenen Feuer.
Nils ist nicht der beste Paparazi, sonst würde man sehen das in dem Auto vorne Jackie Chan sitzt.