Dass es uns auf unserer Reise durch Indien nochmal nach Mumbai verschlagen wird, war uns schon bei unserem ersten Besuch in dieser riesigen, unglaublich interessanten Stadt klar. Es gab noch viel zu viel, was wir gerne sehen wollten. Also ging es direkt von Aurangabad zurück nach Mumbai.
Es passt sich gut, dass die Metropole strategisch günstig auf dem Weg nach Goa liegt, wo wir als nächstes hin reisen möchten. In Indien muss man nämlich im Gegensatz zu Sri Lanka (da sind wir ohne Reservierung einfach spontan in den Bus oder Zug gesprungen) echt einiges an Planung investieren und sehr stressresistent sein (was wir leider nicht immer sind), wenn es um Reiserouten und die Buchung von Verkehrsmitteln geht. Eine Zugfahrt kann auch gut mal 30 Stunden dauern, Busfahrzeiten sind nach oben offen und teilweise mussten wir sogar in Reisebüros (hallo, 1995!) gehen, da plötzlich kein einziges der hoffnungslos überlasteten Onlineportale unsere Kreditkarten mehr annimmt.
Genug aufgeregt (aber es ist wiiiiirklich nervig und kostet uns viele, viele Stunden), kommen wir zum wesentlichen Teil dieses Beitrags: Mumbai! In den vier Tagen, die wir diesmal für die Besichtigung der Stadt eingeplant haben, haben wir viel erlebt. Wir haben den heiligen Wassertank Banganga besichtigt und in der Nähe zufällig eine Wäscherei entdeckt, die komplett unter freiem Himmel betrieben wird. Abends haben wir Street Food am Girgaon Chowpatty Beach gegessen (Pani Puri, krosse Teigkügelchen, gefüllt mit Kichererbsen und Chutney) und mit gefühlt einer Millionen Locals den Sonnenuntergang mit Blick auf Mumbais Skyline bewundert. Wir sind durch Khotachi Wadi, Malabar Hill und Bandra flaniert und haben viele kleine süße Häuschen und das tägliche Leben der Leute dort gesehen. Erstaunlich ist, dass sich jeder dieser Stadtteile wie ein eigenes kleines Dorf und gar nicht wie ein Teil einer Millionenstadt anfühlt.
Natürlich haben wir es uns auch nicht nehmen lassen, lecker zu essen (und zu trinken ;) ). Unsere liebsten Anlaufpunkte waren wieder das Colaba Social, wo wir bis in die Nacht günstig gezapftes Bier getrunken haben und am nächsten Morgen gemütlich gefrühstückt haben (das Parsi-Gericht Salli Par Edu ist nur zu empfehlen!), das Nutcracker's mit Kaffee und gesunden Salaten und das Sassy Spoon mit live Jazz und nicht günstigen, aber jede Rupie werten Nudelgerichten und selbst gebackenen Desserts.
Zufrieden verlassen wir Mumbai, denn es ist zwar schön hier, aber auch ziemlich hektisch. Wir haben Lust auf Ruhe und Entspannung. Beides erlebt man in Indien nicht häufig.Vielleicht werden wir ja in Goa fündig?!
Okay ciao! Marli und Nils